Myokardszintigraphie - Herzdiagnostik

Herzdiagnostik

Myokardszintigraphie

Die Myokardszintigraphie ist im Gegensatz zur Koronarangiographie ein nichtinvasives Verfahren, das die Mikrozirkulation des Muskels der linken Herzkammer zur Beurteilung der Durchblutung und Pumpfunktion des Herzmuskels nach Belastung und in Ruhe darstellt. Durch sie lässt sich feststellen, ob und in welcher Region Ihres Herzmuskels eine Durchblutungsstörung vorliegt und ob diese nach Belastung auftritt oder größer wird. Das Ausmaß einer Durchblutungsstörung lässt Aussagen zur Beurteilung ggf. Ihres Herzinfarktriskos zu und ist eine Entscheidungshilfe für eine evtl. notwendige Therapie (medikamentös, interventionell (Koronarangiographie mit ggf. Dilatation oder Stenting bis hin zur Bypassoperation). Auch eine Beurteilung der Relevanz und Ausdehnung einer möglichen Narbe nach stattgehabtem Myokardinfarkt sowie der Funktionalität bereits eingebrachter Gefäßstents oder Bypässe ist möglich.

Herz

 

Bei einer Myokardszintigraphie kann die Durchblutung, die Leistungsfähigkeit und die noch vorhandene Reserve des Herzmuskels beurteilt werden. Durch diese Untersuchung lässt sich feststellen, ob eine behandlungsbedürftige koronare Herzerkrankung vorliegt und ob Ihnen unter Umständen ein Herzinfarkt droht.
 

Stenose

Foto: VSLP/bigstockphoto.com

 
Eine Myokardszintigraphie kann eine sehr zuverlässige Prognose über ein Herzinfarkt-Risiko für die nächsten fünf Jahre abgeben.
 
Weiterhin kann beurteilt werden, ob z. B. vor einer Operation ein erhöhtes Operationsrisiko besteht.
 

Mit einer solchen Myokardszintigraphie sind sogar deutlich genauere Aussagen über die Durchblutung des Herzmuskels möglich als mit einem Belastungs-EKG. So hat die European Society of Cardiology (ESC) die diagnostische Aussagekraft des Belastungs-EKGs in ihren aktuellen Leitlinien herabgestuft und bildgebende Verfahren wie Stressechokardiographie, Stress-Magnetresonanztomographie (Stress-MRT), Kardio-Computertomographie (Kardio-CT) und Stress-Myokardszintigraphie vorangestellt, um einen Verdacht auf eine Koronare Herzkrankheit (KHK) abzuklären. Im Gegensatz zur Stress-MRT und Kardio-CT ist die Stress-Myokardszintigraphie eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.

Bei der Myokardszintigraphie wird ein schwach radioaktives, nicht jodhaltiges Kontrastmittel in eine Vene injiziert und anschließend die Blutversorgung des Herzmuskels mit einer speziellen Kamera aufgenommen. Dabei kann die Durchblutung auch ohne Treten auf dem Fahrradergometer unter Belastung gemessen werden, indem die gefäßerweiternden Wirkstoffe Adenosin oder Regadenoson die Herzkranzgefäße rein medikamentös unter Stress setzen – die Durchblutung wird so ohne körperliche Aktivität beeinflusst.

Das bei der Myokardszintigraphie verwendete Technetium hat eine sehr kurze Halbwertszeit von wenigen Stunden; die durch die Untersuchung verursachte Strahlenexposition ist daher nur gering und entspricht ungefähr der natürlichen Belastung binnen eines Jahres. Durch neue digitale Kameras sind außerdem sehr kurze, für die Patienten bequeme Aufnahmezeiten von wenigen Minuten möglich geworden.

 

 

Modernster Computertechnologie erlaubt uns, die wichtigen Parameter wie Durchblutung, Wandbewegung des Herzmuskels,  Wandverdickungen und die Pumpleistung visuell und rechnerisch in 3D-Qualität genau zu bestimmen.

 

 
 
 
 
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